DFP Fachtagung 2026
The Body Remembers What The Mind Forgets
Psychodrama Fachtagung vom 20.—21.11.2026 in Hannover
Eine Kooperation des DFP mit dem Institut für Psychodrama Dr. Ella Mae Shearon
Veranstaltungsort:
Stephansstift Hannover
Kirchröder Straße 44
30625 Hannover
Back to the basics – Die Kraft des Ursprünglichen
Im Mittelpunkt der Tagung steht die Rückkehr zu den Basics des Psychodramas Rollen und Spiel und die Frage, wie wir sie in unserer Arbeit lebendig und heilsam nutzen können.
Singen, Tanzen, Schreiben und Malen – kreative Ausdrucksformen, die Körper und Seele verbinden – stehen im Zentrum und unterstützen Prozesse des Erinnerns und Bewahrens, nicht nur über den Verstand, sondern gerade auch über den Körper. Durch praxisnahe Workshops, inspirierende Vorträge und gemeinsames Erleben tauchen wir ein in die Ursprünge des Psychodramas und erleben, was es heute bedeuten kann, den Körper als Erinnerungsort für das zu verstehen, was der Kopf vielleicht vergessen hat.
Für wen?
Die Fachtagung richtet sich an Psychodramatiker*innen, Interessierte, Neugierige und alle, die sich für grundlegende und aktuelle Aspekte des Psychodramas begeistern lassen wollen.
Was erwartet Dich?
- Inspirierende Fachvorträge und Impulse
- Praktische Workshops zu Singen, Tanzen, Schreiben, Träumen und Malen im Psychodrama
- Raum für Austausch, Vernetzung und kreative Selbsterfahrung und
- Die Möglichkeit, schlummernde Körpererinnerungen frei nach Schneewittchen wach zu küssen!
Freut euch auf eine lebendige, erfahrungsorientierte und kreative Tagung, die dem Psychodrama und seinen Grundelementen neuen Atem einhaucht.
Programm
Freitag, 20.11.2026
| 11:00 – 11:45 | Offene Phase & Check-In |
| 11:45-12:00 | Grußworte, Rahmung (DFP Vorstand / Institut für Psychodrama EMS Hannover) |
| 12:00 – 12:45 | Kleiner Imbiss |
| 12:45 – 13:15 | Anwärmung in der Großgruppe |
| 13:15 – 14:45 | Hauptvortrag & Aktion für alle Angelika Eisterer – „The body remembers what the mind forgets“ |
| 14:45 – 15:00 | Kaffeepause |
| 15:00 – 15:30 | Soziometrische Wahl der Workshops |
| 15:30 – 18:00 | SLOT 1: Workshops |
| 18:00 – 19:00 | Abendessen |
| 19:00 – 19:30 | Zeit zur freien Verfügung (Rahmenaktivitäten, Austausch, Networking) |
| 19:30 – 20:00 | Kreative-Wettbewerb: Preisverleihung, Siegerehrung |
| ab 20:00 | Party |
Samstag, 21.11.2026
| 7:15 – 9:00 | Frühstück |
| 9:00 – 9:30 | Anwärmung in der Großgruppe |
| 9:30 – 12:00 | SLOT 2: Workshops |
| 12:00 – 13:00 | Mittagessen |
| 13:00 – 14:30 | Gallery Walk: Ergebnisse und Erlebnisse aus den Workshops (Spotlights, Skulpturen, Klänge, Bilder, Austausch) |
| 14:30 – 15:00 | Pause |
| 15:00 – 16:00 | Abschlussaktion in der Großgruppe |
| 16:00 – 16:15 | Danksagung & Ausblick |
| bis 17:00 | Ausklang |
Workshops
Die Auswahl der Workshops erfolgt soziometrisch vor Ort.
The Body Remembers What The Mind Forgets – und unsere Stimme bringt es zum Ausdruck!
Angelika Eisterer
Angelika Eisterer
Embodiment beschreibt die untrennbare Verbindung von Körper und Geist. Morenos Rollenbegriff unterscheidet drei Rollenebenen: die psychosomatische, die psychodramatische und die soziodramatische Ebene. Jedes Handeln ist somit stets verkörpert, und auch Erinnerungen werden immer im Körper gespeichert. Dieses Körpergedächtnis ist unserem bewussten Erleben jedoch nicht unmittelbar zugänglich. Sowohl unsere impliziten Bewegungsmuster als auch unsere Stimme stehen in ihrem Ausdruck in direkter Verbindung zu dieser unbewussten Ebene. Durch unterschiedliche kreative Zugänge kann diese Verbindung genutzt werden, um Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein und Selbstausdruck zu vertiefen und zu stärken.
Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung von Stimme, Klang und Schwingung als zentrale Elemente im Selbstausdruck und in der Begegnung. Die Stimmigkeit von Erleben drückt sich in unserer Stimme aus. Ausgehend von der Idee, dass Beziehung immer auch ein resonantes Geschehen ist, wird die Stimme als verkörpertes Ausdrucks- und Kontaktinstrument erfahrbar gemacht. Singen und stimmlicher Ausdruck eröffnen dabei einen unmittelbaren Zugang zu Emotion, Rolle und Interaktion mit sich und anderen auf der Bühne der Musik.
Integrativ bewegte Traumatherapie – Eine Einführung
Angelika Eisterer
Angelika Eisterer
Der Workshop vermittelt, wie implizite Bewegungen genutzt werden können, um im Körper gespeicherte Erfahrungen zugänglich zu machen und unmittelbar zu verarbeiten. Dadurch eröffnen sich Möglichkeiten auf der psychosomatischen Rollenebene zu intervenieren und den psychodramatischen Prozess insgesamt zu vertiefen. Die IBT bietet dazu systematisch und schrittweise aufgebaute Interventionsmöglichkeiten von denen einige im Workshop vorgestellt und eingeübt werden.
Resonanzräume öffnen – Klang, Kontakt und Begegnung im Psychodrama
Angelika Eisterer
Angelika Eisterer
Der Workshop lädt dazu ein, Schwingung – durch Ton und Bewegung erfahrbar gemacht – als Grundlage von Kontakt zu erforschen. Wie kann die Stimme den Zugang zu mir und anderen eröffnen? Wie kann Singen eine spontane, authentische Begegnung ermöglichen? Wie können durch Klang, Stimme und Rhythmik Rollen vertieft und Emotionen verkörpert werden?
Spurensuche bei Ablösungsprozessen – Trennungserfahrungen in der Kindheit und deren Auswirkungen
Viktoria Polishchuk & Katharina von Renteln
Viktoria Polishchuk & Katharina von Renteln
Info folgt.
Die Stimme spielt eine (große) Rolle
Caroline Kühnl
Caroline Kühnl
In welchen Situationen versagt mir die Stimme? Wie stehe ich zu meiner Stimme? Kann ich sie leiden oder nicht? Lasse ich zu, dass meine Stimme mich ausdrückt? Wann werde ich gehört?
In diesem Workshop werden wir einigen dieser Fragen psychodramatisch nachgehen. Bestimmend für den Prozess ist, was die Gruppe mitbringt. Es dürfen auch andere Fragen sein.
Wie immer im Psychodrama wird es eine Erwärmungsphase geben. Hier, indem wir die Ausdrucksmöglichkeiten der Stimmen spielerisch erforschen.
Soul-Collage – Spiegel der Seele
Dagmar Daues
Dagmar Daues
Soul-Collagen individuell erstellen und in der Gruppe psychodramatisch bearbeiten. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Farben erleben - Emotion, Erinnerung und Kreativität im Dialog
Dagmar von Linde-Suden
Dagmar von Linde-Suden
Ressourcen in Bewegung bringen – Körper- und szenenbasierte Resilienzarbeit
Ursel von Overstraeten
Ursel von Overstraeten
Resilienz zeigt sich nicht nur im Denken, sondern vor allem im Körper und im Handeln. In diesem Workshop werden psychodramatische Methoden mit Qigong-Elementen verbunden, um Ressourcen körperlich erfahrbar, szenisch lebendig und im Erleben verankerbar zu machen.
Im Mittelpunkt steht die praktische Arbeit: Wahrnehmung, Selbstregulation, Ausdruck und Begegnung werden genutzt, um individuelle und kollektive Kraftquellen zu aktivieren und den Handlungsspielraum zu erweitern.
Mit dem Körper verstehen – Erkenntnis in Bewegung
Ariella Pavoni
Ariella Pavoni
Mit dem Körper verstehen. Spielerische Zugänge zu Körperwissen.
Handelnd etwas verstehen, gemäß dem Grundprinzip des Psychodramas, bedeutet für das Embodiment, dass der Weg zur Erkenntnis über den Körper führt. Jedes Körpersystem, wird es genauer betrachtet, gibt viele Anregungen und Themen, die uns weiterbringen, wenn wir sie wahrnehmen.
Anhand verschiedener methodischer Zugänge aus dem BodyMindCentering und dem Rhythmustraining werden wir schwerpunktmäßig mit einem Körpersystem „arbeiten“,d.h. spielerisch bewegen und erkunden. Der Workshop wird dazu anregen, einzelne Übungen in das eigene Arbeitsfeld zu übertragen.
Who shall remind? – KI und Psychodrama in Begegnung
Nikolas Danzinger & Robin Danzinger
Nikolas Danzinger & Robin Danzinger
Künstliche Intelligenz verändert den Umgang mit Erinnerung grundlegend. Daten werden gespeichert, gewichtet und rekonstruiert – während menschliche Erinnerung leiblich, relational und situativ bleibt.
Psychodrama inszeniert Erinnerung als lebendiges Geschehen, während KI Erinnerung simuliert. In diesem Workshop bieten ein Software-Entwickler und ein Psychodramatiker auf amüsante und spielerische Weise eine Einführung in die Funktionslogik von KI: wie sie Erinnerung bereichert, strukturiert – und manipulieren kann. Dabei wird auch die Frage gestellt, wie Jacob L. Moreno KI möglicherweise gedacht, kritisiert oder psychodramatisch genutzt hätte.
Im Zentrum stehen theoretische und szenische Perspektiven auf:
- Unterschiede zwischen menschlichem Erinnern und maschinischem Speichern
- Auswahl, Deutung und Macht über Erinnerung
- Konsequenzen für Identität, Beziehung und Verantwortung
Psychodramatische Methoden verbinden Theorie und Erfahrung und machen Erinnerung als Handlung im sozialen Raum erfahrbar.
Wo Worte in Bewegung kommen – Psychodramatisches Schreiben erleben
Sabine Spitzer-Prochazka
Sabine Spitzer-Prochazka
Geh du voran, sagt die Seele zum Körper, weil dich sieht man… Der Körper ist oft schneller als die Worte. Wer spürt, erinnert, reagiert – lange bevor etwas benannt werden kann. Schreiben kann hier zur Brücke werden: zwischen Körper und Seele, zwischen Spüren und Bewusstwerden.
In diesem Schreib-Workshop gibt der Körper den ersten Impuls. Über Wahrnehmung, spielerische Begegnungen sowie Rollen- und Perspektivwechsel holen wir innere Szenen auf die Bühne aus Papier. Unsere Texte und Geschichten müssen nichts erklären. Sie dürfen sammeln, verdichten, sichtbar machen.
Wenn du Lust hast, dem eigenen Erleben schreibend zu folgen, bist du hier herzlich willkommen.
Ein Stift, ein bisschen Neugier – und schon kann es losgehen!
Mein Freund, der Schmerz – Ich gehe dahin, wo es weh tut
Heiko Krakau & Sascha Zenk
Heiko Krakau & Sascha Zenk
„Und jetzt, wenn ich tief in mich hineinschaue, irgendwie bin ich durch die ganzen Schmerzen durch und sie sind meine Freunde geworden.“ Marina Abramović
In diesem Workshop wird die Beziehung zum Schmerz als persönliches wie soziales Phänomen untersucht. Im Zentrum steht die Frage, welche Funktionen Schmerz in individuellen und gemeinschaftlichen Zusammenhängen erfüllt und welche Bedeutungen sich darin spiegeln.
Wir spielen den inneren Haltungen, Erwartungen und Spannungsfelder nach. Der gemeinsame Forschungsprozess richtet den Blick darauf, wie Schmerz als Orientierung, Signal, Grenze oder Antrieb wirkt und wie körperliches Erleben, innere Bilder und soziale Dynamiken ineinandergreifen.
Es rücken Fragen in den Fokus wie: Welche Rolle spielt Schmerz in familiären Beziehungen? Welche sozialen Erwartungen prägen den Umgang mit ihm? Und welche individuellen Funktionen übernimmt Schmerz im persönlichen und gemeinschaftlichen Gefüge?
Mit Moreno in den Wald!
Tim Krumpholz-Nielitz
Tim Krumpholz-Nielitz
Lerne singen, oh meine Seele – Stimme und Psychodrama
Frank Sielecki
Frank Sielecki
Wenn Psychodrama die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet und unsere subjektive Wahrheit so auf die Bühne kommt, dann ist die Stimme, das Tönen und Singen sicherlich ein wichtiger Weg zu unserer Seele. Denn im Tönen und Singen sind wir mit unserer Stimme, unserem Körper, unserem Sein unmittelbar zwischen innen und außen, d.h. im Kontakt mit uns selbst und gleichzeitig im Kontakt mit „den Anderen“ und der Welt.
Wir werden also tönend und singend mit uns und der „Welt“ Kontakt aufnehmen und die dabei entstehenden Themen auf die eine oder andere Weise psychodramatisch bearbeiten.
Mach doch was du willst! – „Theatrales Mischpult“ nach Maike Plath für das Psychodrama nutzen
Kai Kloß
Kai Kloß
Es geht um eine besondere Praxis, “Rolle” als inter-aktional zu erfahren. Dazu werden die Funktionen der Rollen-geber*innen und der Rollen-nehmer*innen auf zwei Gruppen aufgeteilt. Von außen besehen, kann man das Setting als ein Spiel zwischen Regie-führenden und den Anweisungen folgenden Spieler*innen beschreiben.
Dabei bleibt es aber nicht, denn es öffnet sich auf einer tieferen Ebene eine Auseinandersetzung mit psychischen Grundbedürfnissen von Lustbedürfnis, Bindung, Autonomie, Selbstwert, Fürsorge, Selbstwirksamkeit, Resonanz, Sinnhaftigkeit, Anerkennung, Sicherheit und Freiheit.
Auch die großen Themen Verantwortung und Integrität - should I stay or should I go - werden uns dabei begleiten, und zwar nicht nur musikalisch.
Erlebte Situation statt erzählter Geschichte – Körperlich-räumliche Interventionen in der psychologischen Praxis
Frank Köhler
Frank Köhler
Der Workshop stellt einen gestalttherapeutischen Ansatz vor, in dem innere Prozesse als begehbare Situationen im Raum sichtbar und erfahrbar werden. Klient*innen entwickeln mit einfachen Mitteln räumliche Anordnungen von Lebenssituationen, Entscheidungsfeldern oder inneren Dynamiken und erkunden diese durch Bewegung und Positionierung.
Im Unterschied zu rein narrativen Zugängen entsteht so ein unmittelbarer, leiblich fundierter Kontakt zum eigenen Erleben. Wahrnehmung, Bewegung und situatives In-der-Welt-Sein treten in den Vordergrund. Themen zeigen sich nicht nur in ihrer Bedeutung, sondern in ihrer räumlichen und emotionalen Struktur.
Für psychodramatisch arbeitende Kolleg*innen ergeben sich dabei vielfältige Anknüpfungspunkte: das Arbeiten in Szenen, das Externalisieren innerer Prozesse und die Nutzung des Raumes als Erfahrungsfeld. Gleichzeitig setzt der gestalttherapeutische Zugang einen eigenen Akzent durch seine phänomenologische Grundhaltung und den Fokus auf gegenwärtiges Gewahrsein statt auf Rollenentwicklung und Inszenierung.
Die Methode wird anhand von Demonstrationen vorgestellt und in ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum Psychodrama reflektiert.
Handeln ist heilender als Reden (Moreno) - Die Verkörperung seelischer Vorgänge (Embodiment) im kreativitätszentrierten Psychodrama
Reinhard Krüger
Reinhard Krüger
Die kreativitätszentrierte Psychodramatherapie versteht Symptome als nicht zu Ende erzählte Geschichten. Psychodrama aktiviert, differenziert und komplettiert systematisch die neuronalen Verschaltungen in den Gedächtnisstrukturen des Menschen in vier aufeinander aufbauenden Emergenzebenen.
Die Theorie innerer kreativer Prozesse ist eine Grundlage für eine wissenschaftlich begründete Psychodramatherapie. Die Teilnehmer*innen erfahren in dem Workshop den Zusammenhang zwischen Geist und Körper in einem Vortrag und in verschiedenen kleinen Übungen.
Literatur: Krüger, R. T. (2024): Disorder-specific Psychodrama Therapy - Theory and Practice. Springer-Nature.
Link zu kostenlosem E-Book
Vernetzungsangebote
-
Netzwerktreffen Ost
Brigitta Wildenhauer -
Forum Begegnungsbühnen
Julia Kausch & Matthias Bongartz
Kreativ-Wettbewerb
Im Vorfeld der Tagung wird ein Kreativwettbewerb ausgeschrieben, bei dem das Motto unserer Tagung “The Body Remembers What The Mind Forgets” umgesetzt werden kann.
Ganz gleich, ob Podcast, Foto, Text, Szene, Musikstück – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Format, Material und Technik sind frei wählbar, der Einsendeschluss ist der 15.10.2026 (an: d.linde-suden@psychodrama-deutschland.de). Bei der Tagung werden alle Einreichungen prämiert!
Anmeldung zur DFP Fachtagung
20./21. November 2026
Anmeldeschluss ist der 10.09.2026
Alle mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder!
Die Planungsgruppe:
Sebastian Arnoldi (DFP), Monica Baudracco-Kastner (DFP), Prof. Dr. Konrad Schnabel (DFP), Dagmar von Linde-Suden (DFP), Thomas Masselink
Organisation:
Viola Jachmich





